Hamburg – Eine Stadt im Rollstuhl-Test

In vielen großen deutschen Städten ist das Leben im Rollstuhl kein Zuckerschlecken. In Hamburg wird den Rollstuhlfahrern das eigenständige Fahren mit der S-Bahn durch eine Vielzahl von Treppen erschwert und obwohl es mittlerweile natürlich an den meisten Stationen die Fahrstühle gibt, ist es gerade am Hafen, an den Landungsbrücken zum Beispiel, besonders schwer, zwischen den vielen Ebenen, die allein mit Treppen zu erreichen sind, zu wechseln. Natürlich wird viel getan und die Lage für die Rolli-Fahrer hat sich insgesamt verbessert. Trotzdem kann man wohl noch nicht davon sprechen, das endgültige Ziel erreicht zu haben. Schüler aus Pinneberg haben mit einem Praxistest ihren Teil zur Verbesserung beigetragen.

Eine Stadt auf dem Prüfstand

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Pinneberg auf dem Prüfstand

In Pinneberg herrscht, wie überall in Deutschland, klirrende Kälte und so mancher Bürgersteig ist schon für den regulären Fußgänger manchmal nicht ganz ohne Risiko passierbar. Rollstuhlfahrer haben es da auch nicht besser und besonders frustrierend ist es für sie, wenn eine Destination nicht ohne Hilfe erreicht werden kann. Treppenstufen, enge Gassen, hohe Bürgersteige und Gebäude, die immer noch nicht rollstuhlgerecht sind, machen ihnen zusätzlich das Leben schwer. In Pinneberg wurde nun von Schülern geprüft, wie rollstuhlgerecht die Stadt im Allgemeinen ist. Rollstuhlrampen, Fahrstühle und abgesenkte Bürgersteige sollten heute ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Geprüft wurde auf eher unorthodoxe Weise: Das Pinneberger Sanitätshaus stelle die Rollstühle und getestet haben Schüler im Alter zwischen 11 und 13 Jahren, die die Stadt nach eigenem Gutdünken unsicher machten. Nach ihrem Praxistest berichteten die Schüler Bürgermeisterin Kristin Alheit von ihren Erlebnissen. Klaus Stieghorst, seines Zeichens Fachbereichsleiter für die Stadtentwicklung, lauschte dem Bericht aufmerksam. Wie also lautet das Fazit der Schüler? Generell kann man sagen, dass Pinneberg schon viel dafür getan hat, dass sich die Rollstuhlfahrer möglichst eigenständig in der Stadt bewegen können. Dennoch berichteten die Schüler einhellig, dass sie häufig Probleme hatten, in Supermärkten durch die schmalen Gänge zu fahren und auch die Benutzung von Fahrkartenautomaten ist nahezu unmöglich. Besonders bitter: Das Pinneberger Stadtmuseum konnte überhaupt nicht besucht werden! Das Rathaus ist dagegen für Bürger im Rollstuhl geeignet. Automatische Türöffner, Rollstuhlrampen und ein Fahrstuhl sind zumindest vorhanden. Leider gibt es auch hier einen Makel ? der Fahrstuhl ist deutlich zu eng.

Das Fazit

Viele der vorgetragenen Probleme sind den Stadtoberhäuptern bekannt und sie erklärten den Schülerinnen und Schülern, dass es vor allem bei älteren Gebäuden schwierig und teuer werden kann, wohingegen heutzutage neuere Gebäude von Beginn an barrierefrei sein müssen. Die Schüler hatten auch einen ziemlich cleveren Verbesserungsvorschlag: Ein Rolli-Stadtplan mit Bewertungssystem könnte den Alltag maßgeblich erleichtern.

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